Willkommen
Ich werde oft gefragt, wie ich so lebe, als Domina. Ich muss dann immer lachen, denn eigentlich führe ich ein ganz normales Leben, gehe zur Arbeit, habe meine Freizeit – ja, es ist wirklich ganz normal. Ihr werdet es sehen, wenn ich euch in diesem Blog einfach ein wenig aus meinem Leben als Domina berichte. Wenn so viele Menschen wissen wollen, wie eine Domina lebt (privat oder im Dominastudio), werde ich großzügig bereit sein, ein paar meiner dominanten Geheimnisse – selbstverständlich bei weitem nicht alle … – mit euch zu teilen.
Zurück im SM Studio
Die anderen Damen im Studio waren ersichtlich alle beschäftigt, wenigstens ließ sich keine von ihnen blicken, aber Cathy ließ es sich nicht nehmen, mich persönlich zu begrüßen, uns den Raum zu zeigen, den man uns zur Verfügung stellte - und dabei Robin natürlich eingehend zu mustern.
Sie hatte mir sogar ein Paar Overknee-Stiefel und ein schickes Outfit bereit gelegt, das sie mir mit einem wissenden Lächeln überreichte; meine übrige Kleidung schien für Robin zwar keine Rolle zu spielen, es kam wohl hauptsächlich auf die hohen Stiefel an. Aber hier ging es um ein Rollenspiel, und wenn ich in eine andere Rolle schlüpfe, möchte ich das auch äußerlich dokumentiert sehen.
“Nachspiel”
Ich öffnete die Augen, sah Robin an - und in diesem Moment wusste ich genau, wie ich es herausfinden konnte, was Robin denn am meisten faszinierte. Die Lösung war mehr als offensichtlich.
Gleichzeitig wurde mir klar, dass es genau das war, was er von mir erwartete - dass ich ihm half, seinen Traum nachzuspielen.
Der Gedanke, die ganze Situation war so vollkommen verrückt, dass ich lachen musste. Schließlich waren wir einander vollkommen fremd. Obwohl ich zugeben musste, dass ich mich in seiner Wohnung, in seiner Nähe nicht fremd fühlte.
Traumdeutung
Es war jetzt nicht etwa so, dass ich Robins Traum nun direkt deuten wollte, aber ich wollte herausfinden, ob dieser Traum wirklich etwas mit mir zu tun hatte. Ob tatsächlich etwas in mir ihn ganz unmittelbar angesprochen haben konnte, als er mich im Café gesehen hatte, oder ob dieser Augenblick jetzt in seiner Wohnung einfach nur eine Folge unzusammenhängender Zufälle war.
Nicht dass ich an so etwas wie Schicksal glaube; aber es gibt im Leben auf jeden Fall Dinge, die über pure Zufälle hinausgehen.
Robins Traum
Ich lehnte mich bequem zurück, schloss die Augen und lauschte ganz seiner dunklen Stimme, die bei jedem besonders dunklen Klang in meiner Brust irgendwo eine kleine Flamme entzündete.
Indem ich mich des Sehsinnes selbst beraubte, erhöhte ich meine Konzentration auf diese Stimme, auf ihren Tonfall und ihre Nuancen, und auf die gesprochenen Worte; eine ähnliche Wirkung, wie sie auch beim Sinnesentzug für Sklaven, beispielsweise beim Anlegen einer Augenbinde, entsteht.
Die Einladung
Auf einmal unterbrach er sich, sah mich an, jetzt schon wieder etwas sicherer geworden - vielleicht weil ich nicht schreiend vor ihm weggelaufen war, wie er das vielleicht erwartet hatte, und wie ich es vielleicht auch hätte tun sollen -, und meinte dann: “Verzeihen Sie, ich kann hier nicht so darüber sprechen, aber ich möchte es Ihnen gerne schildern, worum es in diesem Traum geht.”
Er stockte kurz, schluckte, und dann bat er mich: “Wollen Sie nicht mitkommen in meine Wohnung? Ich wohne gleich in der Nähe.”
Seltsame Begegnung
Nun wirkt es im Deutschen ja schon sehr herablassend, einen Fremden einfach zu duzen; das tut man einfach nicht.
Man muss sich hier aber immer vor Augen halten, dass ich in London bin und Englisch - noch immer mit einem leichten deutschen Akzent - spreche; das heißt, es gibt keine Unterscheidung zwischen Sie und du; und meine Verachtung, die im Deutschen alleine schon die Wortwahl ausgedrückt hätte, musste ich in dieser Situation voll in den Tonfall legen, mit dem ich sprach. Das allerdings tat ich mit aller Inbrunst, denn ich hasse es, angestarrt zu werden!


