Erziehung am Telefon

Abschied nehmen

10. Januar 2013

Am Samstag Abend um acht gibt es wenigstens eine kleine ablenkende Unterbrechung, die mich allerdings nur in umso größerer Leere zurücklässt. Es erreicht mich ein Anruf von einer völlig aufgelösten Evelyn. Sie ist mit ihrer neuesten Flamme verabredet, in K., etwa 20 Kilometer von hier, und ihr Auto springt nicht an. Es wundert mich, warum sie sich in dieser Situation an mich wendet; wo jeder Macker mit Überspielkabel bestimmt eine größere Hilfe wäre. Bis sich herausstellt, es geht ihr nicht um ein Kabel, sondern ein ganzes Auto. Sie will nämlich meines. Nur bis zum nächsten Morgen. Oder auch Nachmittag; je nachdem, wie weit die beiden die Nacht durchmachen. So ganz gefallen tut mir das nicht; wer verleiht schon gerne seinen fahrbaren Untersatz?

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Nichts Halbes und nichts Ganzes

4. Januar 2013

Die Begrüßung zwischen Deinar und mir fällt aus, als seien wir alte Freunde. Das gibt ein warmes Gefühl in der allzu verwirrenden Kälte meiner augenblicklichen Tage.

Natürlich hat er noch 20 Minuten lang erst das eine, dann das andere, und jenes ebenfalls noch zu erledigen, aber es stört mich nicht einmal. Hier lässt mich ein Chaot warten, der weit mehr leistet als normal und deshalb nicht alle Dinge immer pünktlich auf die Reihe bekommt. Mit dem üblichen Trick, den anderen die eigene Macht spüren zu lassen, hat das nichts zu tun. Da will mir keiner beweisen, er sei mir derart überlegen, dass er eben jene Termine locker nehmen kann, auf die ich strengstens achten muss.

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Keine richtige Sub

28. Dezember 2012

Schneller als erwartet piept mir eine Antwort ins Ohr. Nur von einem Kollegen ist sie nicht, sondern vom Chefredakteur. Viel drinstehen tut auch nicht. „Sofort in mein Büro!“ Ohne Anrede, ohne Grußzusatz, sogar die Signatur hat er vergessen. Oh, oh – wenn da nicht mal die Kacke am Dampfen ist! Fragt sich nur, ob seine oder meine. Wobei – ernsthaft muss ich mich das nicht fragen. Also – auf zur Gardinenpredigt Nummer zwei für heute.

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Selbstbefriedigung

21. Dezember 2012

Eine zweite Idee allerdings muss noch her. Offensichtlich mache ich Fortschritte – die auch aus meinem realen Leben beziehungsweise aus Philipp zu nehmen, das ist nun selbst mir zu dumm. Ist doch ein gutes Zeichen, oder?

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Freundinnen

14. Dezember 2012

Ich bin ja gespannt, was bei dem Gespräch zwischen Maibaum und Mondheim herauskommt. Irgendwie klingen die Namen ähnlich, und da ich mir nicht vorstellen kann, dass Philipp Freunde hat, die weniger steiflich sind als er, ist Mondheim bestimmt auch so ein Nussknacker mit Manageruniform, der zum Lächeln die Hand vor den Mund hält. Wie soll der ihn davon überzeugen, mich sofort gehen zu lassen? In den letzten drei Tagen ging das Spielchen beim Magazin immer hin und her; entweder steckt da gar kein Sinn drin. Dann kann auch ein freundschaftliches Gespräch aus dem Zickzack keine gerade Linie machen. Oder es ist irgendwo in dem Gezackere etwas verborgen, was ich bislang noch nicht entdeckt habe. Nicht, dass eine logische Begründung für soviel konträren Blödsinn leicht nachzuvollziehen sein kann.

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Komplikationen

9. Dezember 2012

Ist ja schließlich nicht jeden Tag, dass man so eine nette Bondage mal eben in ein paar Minuten hinlegt. Oder aufgelegt bekommt. Letzteres würde mich noch mehr interessieren. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, mich dafür in die Hände eines Mannes zu begeben; dazu hat die Lebenserfahrung mir inzwischen zu viele Vorurteile gegen das beschwanzte Geschlecht verschafft. Andererseits, bei einer Frau wird es im Zweifel wohl kaum richtig knistern. Natürlich sind Frauen ästhetisch betrachtet oft viel angenehmer anzusehen. Und so rindviehhaft wie Philipp würde sich kaum ein Weib aufführen. (Kein Protest – ich bin selbst weiblich, also darf ich auch Weib sagen. Worin weder ausdrücklich, noch konkludent die Einwilligung dazu liegt, selbst so bezeichnet zu werden!) Aber in der Giftigkeit der Auseinandersetzung stehen die Frauen den Männern in nichts nach.

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Telefonsex Erziehung mit Herrin