Sinnliche Magie, Teil 4
Das ist ja ein ganz durchtriebenes Luder! Und er erst! Na warte – dem werde ich den Marsch blasen, sobald ich ihn mir greifen kann! Dass er dominant ist, ist ja schon schlimm genug. Aber mir eine Freundin vorzuspielen, die so gar nicht existiert, das ist ja wohl die Höhe der Unverschämtheit!
Eine grell aufgedonnerte Tante, der man die Domina von weitem ansehen soll, schiebt sich an uns vorbei. “Rück mal ein Stückchen, Schätzchen, andere wollen auch noch an die Quelle,” sagt sie zu meiner Begleiterin, und versetzt ihr einen Klaps auf den Hintern. Arrogante Kuh! Die ist ja schlimmer als jeder Macho! Was bildet die sich eigentlich ein? Dass alles, was an Devotlingen m/w hier herumläuft, automatisch ihr Eigentum ist?
Sinnliche Magie, Teil 3
Was für eine absolut blöde Fete! Ich habe mich schon lange nicht mehr so unwohl gefühlt. Klar, die latexüberzogenen Mädels vorhin haben eine ganz hübsche Tanzeinlage hingelegt – auch wenn ich normalerweise lieber selbst tanze, statt anderen dabei zuzusehen und mühsam stillhalten zu müssen -, die Bondage des großen Meisters aus dem Norden war ein Gedicht, tauglich zum Erblassen für alle Möchtegernseilkünstler ebenso wie für die im doppelten Wortsinn tau-begierigen weiblichen Besucher, und die Bilderausstellung im Nebenraum hat auch etwas. Sehr viel sogar.
Wie geht es eigentlich weiter?
Wenn ihr diesen Domina Blog regelmäßig verfolgt, dann fragt ihr euch wahrscheinlich, was denn jetzt eigentlich mit Phil ist, dem devoten Mann, für den ich in Deutschland alles aufgegeben habe und nach London gegangen bin.
Ihr erinner euch sicherlich noch, dass die Geschichte mit Sheila und die Tatsache, dass er mir seine Verbindung zu ihr verschwiegen hatte, einen kleinen Knacks in unserer Beziehung verursacht hatte, den höchstens die Zeit heilen kann.
Robins Traum
Ich lehnte mich bequem zurück, schloss die Augen und lauschte ganz seiner dunklen Stimme, die bei jedem besonders dunklen Klang in meiner Brust irgendwo eine kleine Flamme entzündete.
Indem ich mich des Sehsinnes selbst beraubte, erhöhte ich meine Konzentration auf diese Stimme, auf ihren Tonfall und ihre Nuancen, und auf die gesprochenen Worte; eine ähnliche Wirkung, wie sie auch beim Sinnesentzug für Sklaven, beispielsweise beim Anlegen einer Augenbinde, entsteht.
Die Einladung
Auf einmal unterbrach er sich, sah mich an, jetzt schon wieder etwas sicherer geworden - vielleicht weil ich nicht schreiend vor ihm weggelaufen war, wie er das vielleicht erwartet hatte, und wie ich es vielleicht auch hätte tun sollen -, und meinte dann: “Verzeihen Sie, ich kann hier nicht so darüber sprechen, aber ich möchte es Ihnen gerne schildern, worum es in diesem Traum geht.”
Er stockte kurz, schluckte, und dann bat er mich: “Wollen Sie nicht mitkommen in meine Wohnung? Ich wohne gleich in der Nähe.”
Seltsame Begegnung
Nun wirkt es im Deutschen ja schon sehr herablassend, einen Fremden einfach zu duzen; das tut man einfach nicht.
Man muss sich hier aber immer vor Augen halten, dass ich in London bin und Englisch - noch immer mit einem leichten deutschen Akzent - spreche; das heißt, es gibt keine Unterscheidung zwischen Sie und du; und meine Verachtung, die im Deutschen alleine schon die Wortwahl ausgedrückt hätte, musste ich in dieser Situation voll in den Tonfall legen, mit dem ich sprach. Das allerdings tat ich mit aller Inbrunst, denn ich hasse es, angestarrt zu werden!


